Schutzfunktion: Der Kehldeckel legt sich beim Schlucken über die Luftröhre, sodass kein Speisebrei hineingelangen kann
Was ist eine Epiglottitis?
Eine Entzündung des Kehldeckels (Epiglottis) tritt oft bei Kleinkindern auf, kann aber genauso auch ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreffen. Auslöser sind üblicherweise Bakterien, typisch ist besonders der Keim Haemophilus influenzae Typ B. Bei Erwachsenen können auch beispielsweise Pneumokokken und Streptokokken eine Epiglottitis auslösen.
Im Rahmen der Entzündung schwillt der Kehldeckel an, sodass er den Rachen und den Eingang zum Kehlkopf einengen kann. In der Folge kann es zu Schwierigkeiten und Schmerzen beim Schlucken kommen. Die Atmung kann ebenfalls beeinträchtigt oder sogar stark eingeschränkt sein. Innerhalb kurzer Zeit kann durch die rasch zunehmende Entzündung der Kehlkopfeingang so stark eingeengt werden, dass der Erstickungstod droht.
Typische Symptome einer Epiglottitis sind hohes Fieber, Schwierigkeiten und Schmerzen beim Schlucken. Eine kloßig klingende Aussprache und bei fortschreitender Entzündung auch Atemnot mit einem pfeifenden Geräusch beim Einatmen (inspiratorischer Stridor) sind ebenfalls charakteristisch für eine Kehldeckelentzündung. Die Erkrankung nimmt oft einen raschen Verlauf, der Zustand des Betroffenen kann sich innerhalb kürzester Zeit merklich verschlechtern. Bei Verdacht auf eine Epiglottitis sollte daher unverzüglich ein Arzt, bei Atemnot unbedingt sofort der Notarzt verständigt werden.
Weil es bei einer Epiglottitis zu schwerer Atemnot kommen kann, so dass möglicherweise eine künstliche Beatmung über einen Schlauch in der Luftröhre notwendig wird, muss die Therapie einer Kehldeckelentzündung im Krankenhaus erfolgen. Antibiotika können die verursachenden Keime abtöten.
Seit der Einführung einer Impfung gegen Haemophilus influenzae B ist die Zahl der Erkrankungen mit dem Bakterium kontinuierlich zurückgegangen. Die ständigen Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Kinder.
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06.11.2009, aktualisiert am 02.09.2010
Bildnachweis: Mauritius/photo researchers
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