Zum Heilen und Vorbeugen nutzen die Inder seit rund 4000 Jahren das „Wissen (ved) vom Leben (ayu)“. Der ganzheitliche Ansatz geht davon aus, dass im Menschen drei energetische Grundkräfte wirken. Gerät deren individuelles Zusammenspiel aus der Balance, entstehen Krankheiten. Ayurveda-Ärzte arbeiten mit einer Vielzahl von Behandlungen. Spezielle Ernährung, Massagen und Öl-Güsse sind nur einige Elemente davon. Wellness-Programme bieten häufig nur Versatzstücke der Gesamtlehre, beklagt die deutsche Gesellschaft für Ayurveda. Wo der Verwöhn-Faktor im Vordergrund steht, fehlt auch meist die Zeit für die notwendige ausführliche Diagnose. Als medizinisches Naturheilverfahren liegt die Stärke des Ayurveda in der frühen Behandlung von Befindlichkeitsstörungen sowie der Besserung chronischer Leiden.
„Sanus per aquam“ (Gesundheit durch Wasser, abgekürzt: Spa) – darauf vertrauten schon die alten Römer. Ebenso wichtig war ihnen der Hauch von Luxus und der Balsam für die Seele, den sprudelndes Wasser verheißt. Kein Wunder, dass Badelandschaften – so genannte Spas – bei Stressgeplagten gut ankommen. Wohlige Entspannung oder einen Frische-Kick liefern ein paar Stunden Plantschen allemal. Wer die Heilkraft von Kältereiz, von salz-, schwefel- oder kohlensäurehaltigem Wasser etwa bei Rheuma, Hautleiden oder Venenschwäche für sich nutzen will, sollte das regelmäßige Baden mit seinem Arzt abstimmen.
Über die Fitness-Welle schwappt die Wellness-Woge hinweg: Neben Kondition und Kraft entdecken Sport-Freaks Körpergefühl und sanfte Bewegung für sich. Beim Chi-Ball wird eine Mischung aus westlicher Gymnastik und fernöstlicher Entspannung mit einem kleinen Ball ausgeführt, der Duft verströmt. Das Aroma lässt sich je nach Stimmung wählen: Es soll aufheitern, beruhigen oder vitalisieren.
Ein paar Pfund abspecken oder lieber mit Wonne schlemmen? Wenn’s um Ernährung geht, sehen viele keine Chance, Gesundheit und Genuss zu vereinen. Dabei ist Essen mit Spaß eindeutig ein Wellness-Faktor. Wer seine Lebensqualität dauerhaft steigern möchte, sollte in seinem Lebenslust-Konzept Speis und Trank nicht vernachlässigen. An leckeren und leichten Gerichten mangelt es nicht.
Glut-Rot oder Eis-Blau? Die meisten Menschen verknüpfen Farben unwillkürlich mit Gefühlen. Auf diesem Effekt basiert die Farbtherapie. Sie ordnet den Nuancen Stimmungen zu und möchte über die Wahl des Lichts Einfluss auf Psyche und Gemütszustände nehmen. Mal soll das Farbenspiel beruhigen, mal beleben oder Stress abbauen. Für die besondere Muße wird ein Farbbad mit anderen Wellness-Angeboten kombiniert. Die Vielfalt reicht vom Whirlpool mit Farbwechsel im Minutentakt über die grün, rot oder blau ausgeleuchtete Sauna und die getönte Brille bei Musikberieselung bis zur Massage mit bunten Ölen.
„Wind und Wasser“ heißt Feng Shui übersetzt. Die chinesische Lehre leitet zu einem Leben in Harmonie mit der persönlichen Umgebung an. Die Gestaltung von Wohnung, Garten und Arbeitsplatz soll günstige Energie ungehindert fließen lassen und schädliche Ströme ableiten. Gesundheit, Reichtum und Wohlbefinden wollen auch viele Deutsche selbst steuern: Erste Feng-Shui-Bauplätze gibt es bereits.
Nebel wabern durch das türkische Dampfbad, den Hamam. Wohlig dösen die Besucher im Schwitzraum in der feuchtwarmen Luft, warten auf das Baderitual. Mehrmals seift der Masseur den Körper ein, reibt ihn mit einem Handschuh ab und wäscht ihn: eine handfeste Stoffwechselkur und opulenter Genuss zugleich. Viele deutsche Bäder bieten heute Hamams in luxuriös-orientalischer Ausstattung.
Eingewickelt in temperiertes, feuchtes Heu dauert die zünftige Durchblutungsförderung rund 20 Minuten. Blumen und Gras sollen entkrampfen, entgiften sowie Gelenkbeschwerden lindern.
Lomi ist ursprünglich eine tänzerische Heilzeremonie aus Hawaii – ein Ritual zur körperlichen und spirituellen Reinigung. Im Takt von Gitarrenmusik streichen Masseure oft stundenlang mit den Unterarmen über den Körper, dehnen mit Wiegegriffen Wirbel und Gelenke. Lomi steht und fällt mit der Erfahrung des Therapeuten. Experten raten: Wer ungern Nähe zulässt, sollte auf das exotische Erlebnis verzichten.
Längst meint Sauna nicht mehr ausschließlich das finnische Schwitzen bei trockener, starker Hitze. Das Angebot reicht vom Dampfbad bis zum „Laconium“ mit seiner Folge verschieden warmer Räume. Nach jedem Schwitzgang zieht kaltes Wasser die Gefäße abrupt zusammen. Regelmäßige Sauna-Besuche trainieren die Abwehr und sind eine Wohltat für die Bronchien. Bei Erkältungen und Entzündungen ist das schweißtreibende Vergnügen allerdings untersagt. Wer an Venenleiden, Asthma, Herzschwäche, Bluthochdruck, Rheuma oder Nierenerkrankungen leidet, sollte mit seinem Arzt klären, ob er in die Sauna gehen darf.
Die japanischen Variante der Akupressur löst Energie-Blockaden mit sanftem Druck. Wie bei allen Therapien mit Gesundheitsanspruch gilt: Der Behandler muss sein Fach beherrschen.
Das griechische „Thalassa“ steht für „Meer“. Die Thalasso-Therapie entwickelte ein französischer Arzt im 19. Jahrhundert. Sie nutzt alle Heilfaktoren des Meeres: Klima, Wasser und Schlick. Ein Arzt legt die Behandlung fest. Anwendungen sind zum Beispiel Algenbäder, Sprüh-Duschen oder Inhalationen. Meeresprodukte als Kosmetikzusatz tun gut, sollten mit der Therapie aber nicht in einen Topf geworfen werden.
Rund 300 Asanas – Körperhaltungen – bilden einen Grundpfeiler der uralten indischen Lehre Yoga. Deren Ziel: die Vereinigung von Körper und Geist. Den Weg zur Kontrolle der Lebensenergie weisen zudem Atemübungen, Konzentrations- und Meditationstechniken. Im Wellness-Trend liegt Hatha-Yoga, das sich auf Atmen und Bewegen konzentriert. Es entspannt, macht beweglich und steigert die Kondition.